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Das Aus für die Grundschule

Die Entscheidung soll nach den Osterferien fallen
Der Erhalt der Grundschule Haintchen als Außenstelle der Mittelpunktschule Goldener Grund über das aktuelle Schuljahr hinaus wird immer unwahrscheinlicher.

Schulleiter Heiko Last machte am Montagabend in einer Sitzung des Ausschusses Dorfentwicklung der Gemeindevertretung im Rathaus keinen Hehl daraus, dass er keinerlei Interesse am Erhalt der Grundschule Haintchen als Außenstelle der Mittelpunktschule hat.
Demnach soll nach den Osterferien die Schulkonferenz über den Antrag entscheiden, in Selters künftig nur noch an einem Standort zu unterrichten. Der Kreis als Schulträger könne zwar seine Meinung dazu äußern, aber habe keine Entscheidungsbefugnis, stellte Last klar. Den Haintchener Eltern soll die Akzeptanz der "bitteren Pille" versüßt werden, indem das Hessische Kultusministerium die Ausnahmegenehmigung für das Schuljahr 2012/13 erteilen will, dass die vierte Haintchener Klasse am Standort Selters separat in einer Klasse unterrichtet wird. Dieses Angebot gilt aber laut Last nur fürs kommende Schuljahr, nicht mehr für das darauffolgende Jahr.

Die Haintchener Grundschüler der Klassenstufen eins bis drei sollen kommendes Schuljahr in bestehende Klassen integriert werden und, so Last, die dauerhafte Dreizügigkeit der Mittelpunktschule sichern. Die Haintchener Kinder sollen bei der Einteilung der Klassen aber zusammen bleiben.
Der Hauptgrund für die wahrscheinliche Schließung der Schule Haintchen ist, dass es nach aktuellem Stand ab kommendem Schuljahr mehr denn je an Schülern fehlt. Folglich müssten dann laut Last die Jahrgangsstufen eins bis drei zusammen unterrichtet werden, was Last für keine tragbare Lösung hält. Last stellte in Frage, ob man durch Aktionen wie Mietkostenübernahmen die Leute nach Haintchen locke, die man wolle.

Als weiteren Grund für seine Haltung gegen Haintchen nannte er Vertretungsprobleme bei ausfallenden Lehrkräften in Haintchen, die auf Dauer einfach zu teuer würden. Am Standort Niederselters habe er 40 Lehrkräfte, so dass er schnell mal einen Kollegen für eine Vertretung in eine Klasse schicken könne. Dieses Jahr seien bisher 73,72 Prozent der Vertretungskosten für Haintchen angefallen.

Dass die Jagdgenossenschaft Haintchen pro Jahr 10 000 Euro für Haintchen spenden wolle, bringe laut Last auch nichts, weil er das Geld nicht annehmen dürfe und es dann vom Kultusministerium nicht zweckgebunden für Haintchen verwendet werde. Last warb bei den Haintchener Eltern für eine Akzeptanz des Standorts Selters, da die Kinder hier auch ein verbessertes Nachmittagsangebot zur Verfügung hätten, das durch die Schaffung einer vierten Stelle im Schulleitungsteam ausgebaut werden solle. Hier könnten sich die Haintchener auch durch Kursangebote und Spenden an den Förderverein der Mittelpunktschule einbringen. Ebenfalls gebe es, so der Schulleiter, am Standort Selters gezielten Förderunterricht, durch den die Kinder besser für die weiterführenden Schulen vorbereitet würden.

Last ist davon überzeugt, dass ein großer Teil der Haintchener Eltern mittlerweile seine Meinung teilt, da sie in Gesprächen erkannt hätten, was es bedeuten würde, wenn drei Jahrgänge zusammen in einer Klasse unterrichtet werden müssten. Der Schulträger werde den Transport der Haintchener Kinder nach Niederselters organisieren. Zudem habe er auch eine Verantwortung für die Schüler in Niederselters, Münster, Eisenbach und Oberselters, die auch nicht gegenüber Haintchener Kindern benachteiligt sein dürften, stellte Last klar.

CDU-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Sandner meinte, was nicht gehe, gehe nicht. Schüler aus drei Jahrgangsstufen zusammen zu unterrichten, hält er für unzumutbar. Ausschussvorsitzender Professor Dr. Günter Papke (SPD) zeigte sich verwundert über die aktuellen Schülerzahlen. Hätten denn alle vorher bei der Ausarbeitung des Schulentwicklungsplanes gepennt, fragte Papke sich. Bürgermeister Bernd Hartmann (parteilos) meinte, dass der Plan eine eindeutige Sprache spreche. Der Erhalt von Haintchen bis 2014 werde nur garantiert, wenn es die Schülerzahl rechtfertige. Man habe gehofft, dass die Kinderzahlen nach oben gingen, doch das sei nicht passiert. Die Gemeinde habe bisher auch noch keine offizielle schriftliche Stellungnahme der Haintchener Eltern zu dem Thema. Nach Informationen der NNP wollen sich Eltern am Freitag in Haintchen mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Helmut Peuser und dem schulpolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Hans-Jürgen Irmer, treffen, um zu überlegen, ob es zur baldigen Schließung nicht doch eine Alternative gibt.


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